Alle Artikel in: NACHBARN

Klingelstreich

UND WAS TREIBST DU SO? Ein junger Mann öffnet die Tür. Mit Löckchen und einem verschmitzten Grinsen. Er erinnert ein bisschen an Tim Bendzko oder einen sehr gut aussenden Thomas Müller. Wie ich erfahre, hört er das sehr oft – hält von dem Vergleich aber nicht viel. Um den Hals hat er ein Maßband hängen und man sieht, dass er mit dem Thema Mode vertraut ist: Bei seinem Outfit passt jedes Detail. Trotzdem sieht es extrem lässig aus. Es ist früher Abend, als ich mir die Dreistigkeit herausnehme, an wildfremden Türen zu klingeln. Dominik Joachim heißt der Blondschopf, der seine Haustür öffnet. Er ist 21 Jahre alt und wohnt mit seinem Kumpel in einer WG in Grombühl. Wenn er sich nicht gerade Gedanken über Klamotten für sein Label  macht, verkauft er welche. Man merkt, dass er öfter mal spontan ausgefragt wird. Sonderlich unwohl scheint er sich nicht zu fühlen:  Auf doofe Fragen bekommt man meistens eben auch doofe Antworten: Warum hat es so lange gedauert, bis Du die Tür geöffnet hast? Unser Türöffner, oder wie …

Stadt Geschichten

USB-BUS Ich finde es ja super, dass es jetzt bald öfters auch in den öffentlich Verkehrsmitteln USB-Buchsen zum Aufladen von Handy-Akkus gibt. Aber nun meine Frage, liebe WVV: Hat die Straßenbahn noch genug Saft zum Fahren, wenn die komplette 7b des Riemenschneider-Gymnasiums gleichzeitig „Clash of Clans“ am Handy zockt und dabei ihre Akkus auflädt?! Sicherlich nicht! An einer Bushaltestelle … … stehen ein Vater und dessen kleine Tochter. Das Mädchen tänzelt auf einer Mauer herum, kommt wenig später mit ausgebreiteten Armen auf ihren Papa zu und umarmt ihn. Lautstark ruft die Kleine plötzlich: „Papa … du musst auch mal wieder duschen.“ Verlegen, ja gar etwas mürrisch, schaut sich der Mann um: „Ich hab doch gestern erst gebadet.“            von Lisa Moug   In die Tüte lachen. TEGUT SANDERAU Als treuer Tegut-Kunde weiß man spätestens, seit die allerbestgelaunteste Oberkassiererin Rita(-Lin) in Rente ging, dass hier irgendetwas anders läuft … Unter den Kassiererinnen herrscht immer eine spitzen Laune. Letzten Dienstag war die „Junge mit der großen Brille“ so erheitert, dass sie beim Artikelscannen, …

Der Frühling wird wuschig

Ein neuer Frühling – und viele neue Pläne. Große Pläne. Die Dinge endlich mal anders machen. Möglicherweise sogar was Sinnvolles, Ökologisches, Foodtruck-Artiges, mit viel Reisen und so. Ein Start-up gründen, oder gleich zwei, die Welt ein bisschen verändern, das „eine große Ding“ aus dem Boden stampfen. Viele von uns tragen solche Gedanken mit sich herum. Und dann kommt er wieder um die Ecke, der geliebte Alltagstrott – und irgendwie bleibt doch wieder alles beim alten. Doch wieso wollen wir eigentlich immer gleich alles auf den Kopf stellen? Vielleicht ist es 2017 an der Zeit, mal einen Schritt zurückzutreten und die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Denn oftmals genügen eben schon kleine Veränderungen in unserem Leben, damit wir uns besser fühlen, glücklicher sind und zufriedener durch den Tag gehen. Probiert es einfach mal aus: Geht raus in die Natur, in den Park, lasst die Frühlingssonne Eure Haut wärmen, fahrt euch mit den Händen durch die Haare, verwuschelt sie – und erdet Euch ein klein wenig. Wetten, dass Ihr dann genau wisst, was Ihr als Nächstes zu …

Wenn der Berch ruft

Nicola Thomas, auch Nicki genannt, hat es von Würzburg nach Erlangen gezogen. Wegen des Studiums natürlich. Was sie genau macht, und vor allem warum, erzählt sie Euch nachfolgend selbst … Würzburg, meine Heimat, meine Liebe und der Mittelpunkt meines Bachelorstudiums in Philosophie, Religion und Germanistik. Nach einer kurzen Panik, mein Herr Papa könnte Recht haben – und ich mit diesen „brotlosen Künsten“ auf der Straße landen, entschied ich mich: Das kann noch nicht alles sein, ein Master muss her. Am besten mit Praxisbezug, aber trotzdem mit Muse für mein geisteswissenschaftliches Gemüt. Und bitte nicht zu weit weg von Main, Wein und Freunden. Und ohne Mathe. So lockten sie mich von Würzburg weg nach Erlangen – schöne Stadt, ein Mango-Laden, Bergkirchweih, Bier – zum Master Medien-Ethik-Religion. „Irgendwas mit Medien“ also. Nun im Ernst. Nach wie vor werde ich schräg angeschaut, wenn ich sage, was ich studiere. Keiner kann sich etwas darunter vorstellen, doch eigentlich betrifft es uns alle jeden Tag, jede Stunde und auch gerade jetzt in diesem Moment. Nicht nur „irgendwas mit Medien“ TV, Netflix …

Vom Main zur Weltmeisterschaft

Mal ehrlich: Viele Würzburger haben sich mit dem Thema Rudern höchstwahrscheinlich noch nie wirklich auseinandergesetzt. Wir von Liebe Nachbarn dachten uns deshalb: Es ist Zeit, dies zu ändern. Deshalb haben wir Anneke und Joachim, zwei junge Ruderer des akademischen Rudervereins Würzburg, eingeladen und ihnen ein paar Fragen zum Thema Rudern gestellt. Und los geht’s! Wann habt ihr mit dem Rudern angefangen und wie kam es dazu? Anneke: Ich bin das allererste Mal 2009 im Ostertrainingslager des akademischen Rudervereins gerudert. In der fünften Klasse kamen Leute des Vereins zu uns in die Schule und haben für das Trainingslager geworben. Ein paar Freunde von mir sind auch mit ins Lager gekommen – ich war allerdings die einzige, die danach weitergemacht hat. Joachim: 2005 – in der sechsten Klasse wurde bei der Einführung des Schulruderns ein Ruderergometer mit in die Schule gebracht. Dieses durfte jeder einmal ausprobieren. Da wurde mein Interesse geweckt und ich bin zum Schulrudern gegangen. Ab wann wusstest ihr, dass ihr das leistungsmäßig machen möchtet? Anneke: Beim Übergang zwischen Kindermannschaft und Junioren. Mit 14 Jahren …

Körperliche Höchstleistung und schwerelose Eleganz

Der Realität für eine kurze Zeit entkommen, in die Rolle einer anderen Person schlüpfen, Geschichten erzählen oder Emotionen ausdrücken, für die Worte nicht reichen – genau das liebt Mihael Belilov am meisten an seinem Beruf. Er ist professioneller Balletttänzer und gehört seit der Spielzeit 2015/16 zum Würzburger Ballettensemble des Mainfranken Theaters. Früh übt sich Ursprünglich kommt Mihael aus Varna in Bulgarien. Dort begann er schon früh seine erste Ausbildung zum Ballerino – im Alter von 12 Jahren: „Ich war schon als Kind sehr aktiv, energisch und fleißig. Meine damalige Klassenlehrerin hat mein musikalisches und tänzerisches Talent entdeckt. Am Anfang wusste ich gar nicht, dass ich Ballett lernen sollte. Es war eine Überraschung für mich”, erzählt der 21-Jährige. Eine noch größere Überraschung war jedoch, dass Ballett in kürzester Zeit zu seiner absoluten Leidenschaft wurde. Und so kam es, dass Mihael 2012 – nach ersten Erfolgen – an die Staatliche Ballettschule Berlin wechselte. Etwas ganz besonderes Bis heute hat der Wahl-Würzburger jede Menge Auftritte absolviert. Wie viele es genau waren, weiß er schon gar nicht mehr: „Nach …

Urlaub mal anders

Die meisten Würzburger flüchten in ihrem Urlaub an die warmen Orte dieser Welt – Stichwort: Strandurlaub. Es gibt aber auch Leute, die das Abenteuer suchen und eher ungewöhnliche Plätze vorziehen. So auch René. Er hat sich in seinem Urlaub der Kälte gestellt und verbrachte diesen in Spitzbergen in der Arktis – bei richtig kalten Temperaturen. Liebe Nachbarn hat ihn interviewt. René, du hast deinen Urlaub in der Arktis verbracht – wieso? Der Bruder meiner Freundin ist „Arctic Nature Guide“ und bietet Erlebnistouren durch die Arktis an. Da er gerne auf Wasser kitet, hat er uns gefragt, ob wir nicht zusammen mit ihm Snow-Kiten in der Arktis ausprobieren möchten, mit dem Hintergrund, es dann eventuell in sein Angebot aufzunehmen. So waren wir letztendlich zu siebt bei diesem „Test“. Wie lange warst du dort? Ich war 12 Tage vor Ort. Einen Tag lang haben wir alles vorbereitet und dann waren wir zehn Tage auf Tour. Gab es Probleme – vor, während oder nach der Reise?Im Vorfeld gab es eher die Herausforderung „Packen“. Wir brauchten eine Lawinenausrüstung, die …

All Eyes on Bella

Sie fallen auf und ziehen alle Blicke auf sich: Menschen mit außergewöhnlich gutem Style. Solche Fashionistas finden sich auch in unserem schönen Würzburg – wie zum Beispiel Annabelle, besser bekannt als Bella oder abbitibbi (auf Instagram). Sieht man sie durch Würzburgs Straßen schlendern, muss man SCHLICHT hingucken. Sie ist einfach „wow“. Den gleichen Effekt hat es ungefähr auch, wenn Instagram ihr neuestes Outfit-Foto auf der Startseite anzeigt. Bellas über 8.500 Follower sprechen für sich. Die Mischung aus purer Eleganz, sportlichen Nuancen und außergewöhnlichen Kombinationen macht ihren Style einzigartig. Bella ist eine echte Würzburgerin, arbeitet in der Modebranche und betreibt in ihrer Freizeit den Modeblog abbitibbi (www.abbitibbi.com). Für Mode interessiert sie sich schon eine ganze Weile: „Ich habe mir bereits als kleines Mädchen das Outfit für den kommenden Tag zusammengestellt und herausgelegt. Am liebsten wäre ich damals in Mamas High Heels herumgelaufen“, erinnert sich Bella. Heute lässt sie sich unter anderem von den Looks ihrer Lieblingsblogger inspirieren. Abends stöbert sie daher gerne auf Instagram nach neuen Outfits und Ideen, um diese anschließend auf eigene Art und …

Richtig böse

Nein, „richtig böse“ ist nicht gut 😉 … ABER: Etwas Unartigkeit und Spontaneität sind nicht immer das Schlimmste. Wir haben ja schon ein schlechtes Gewissen, wenn wir unseren Müll falsch trennen, in der Eigentumswohnung rauchen oder auf einen Baum im Park klettern. Die allgegenwärtige Angst, etwas falsch, nicht regelkonform oder anders zu machen, lähmt unseren Geist und tötet viel Kreativität. Wenn alles seine Ordnung hat und jeder das macht, was man von ihm erwartet, dann wird alles gut – denken viele. Dabei ist oft das Gegenteil der Fall: Die besten Gedanken und Ideen entstehen eben nicht beim Herunterdrehen der Hifi -Anlage auf Flüsterlautstärke ab 22 Uhr oder beim Auswaschen von Joghurtbechern. Nehmt nicht immer alle Regeln ohne nachzudenken hin. Vielleicht ist es manchmal wichtig, etwas auszubrechen, um die Dinge in einem anderen Licht zu sehen. In Würzburg ist nicht viel erlaubt: Alles ist geordnet und reguliert, wenig Freiraum für neue Dinge und Impulse; viele haben es schwer, hier ihre Visionen umzusetzen und ihre Kreativität auszuleben. Das ist schade und nicht gut für eine Stadt mit …