Alle Artikel in: NACHBARN

THE QUINTS HI, FIVE!

FÜNF WÜRZBURGER DOMSINGKNABEN MACHEN SICH SELBSTSTÄNDIG. WIR HABEN JAKOB, NOCH EINEN JAKOB, SIMON, PHILIPP UND MICHAEL GETROFFEN, UM  MIT IHNEN ÜBER IHRE MUSIK UND IHRE VISIONEN ZU REDEN Jung, wie habt ihr euch eigentlich kennengelernt? Man mag es kaum glauben, aber wir haben uns tatsächlich beim Singen kennengelernt. Wir haben alle als kleine Kinder bei den Würzburger Domsingknaben angefangen zu singen und hatten dadurch keine andere Wahl, als viel Zeit miteinander zu verbringen. Deswegen verstehen wir uns auch so gut, da ein so spezielles Hobby natürlich sehr verbindet. Studiert ihr oder arbeitet ihr schon? Teils teils, zwei arbeiten schon und drei studieren noch. Auf jeden Fall hat es bei jedem etwas mit Musik zu tun. Wie sind eure Rollen in der Band verteilt. Wer übernimmt was?  Die sind ganz klar verteilt: Schwemmi ist für die modische Ausstattung des Ensembles zuständig, da er immer perfekt passende Fliegen mitbringt, Simon organisiert uns Auftritte am Arsch der Welt, also seiner Heimat, Jakob und Jakob sind die Klassenclowns und für die schlechten Wortwitze während der Probe zuständig – und …

Licht & Schatten

Würzburger Kirchen in der Weihnachtszeit. Zwischen Licht und Schatten, hell und dunkel, zwischen beeindruckender und beängstigender Architektur. Wir haben 24 verschiedene Würzburger Kirchen in der Weihnachtszeit besucht, um die verschiedenen Stimmungen einzufangen, die Architektur und Licht erzeugen. Fotos: Nico Manger

Hilfe ist die halbe Miete

Unterkunft gegen Unterstützung: So lautet das Prinzip von „Wohnen für Hilfe“. Das Projekt vermittelt Wohnpartnerschaften – Studierende bekommen ein günstiges Zimmer, Senioren, Alleinerziehende oder behinderte Menschen Hilfe im Alltag. LIEBE NACHBARN war zu Besuch bei einer Würzburger Wohnpartnerschaft. Amy ist 29 Jahre alt, alleinerziehende Mutter und berufstätig. Ihr sieben Jahre alter Sohn Emil geht in die zweite Klasse – natürlich kollidieren die Arbeits- bzw. Schulzeiten der beiden miteinander. „Ich habe keine Familie in der Nähe. Das stellt einen natürlich immer wieder vor neue Herausforderungen“, sagt Amy. Auf der Suche nach Unterstützung stolperte sie im Internet dann über das Projekt Wohnen für Hilfe. „Ich habe einfach dort angerufen und nachgefragt, ob man auch mich als Alleinerziehende in das Programm mitaufnehmen würde. Schließlich bin auch ich auf Hilfe angewiesen. Ja, und schon wenige Wochen später wohnte Lena bei Emil und mir …“ Tausche Zimmer gegen Unterstützung Das Projekt Wohnen für Hilfe ist mittlerweile in rund 30 deutschen Universitätsstädten für Studenten zu einer echten Alternative bei der Wohnungssuche geworden – das Prinzip dahinter: Ältere Menschen, Familien, Alleinerziehende und …

Balz auf dem Würzburger Catwalk

Von dezentem Wegschauen hält man hier nichts: In Würzburg wird hinterhergeguckt, was das Zeug hält. Klar, dass es in lauen Sommernächten zwischen Festung und Residenz auf den städtischen Catwalks nur so wimmelt.  Als Einstieg für Touris, Neuwürzburger und gut betuchte Franken eignet sich natürlich am besten die Alte Mainbrücke. Eintrittskarte für die Mainvariante der Münchner Schickeria ist lediglich der klassische Brückenschoppen, den es geschickt durch die Menschenmassen zu jonglieren gilt. Für die Damen schickt sich außerdem die hochgekrempelte weiße Hose, kombiniert mit einer leichten Daunenjacke in pastelligen Frühlingsfarben. Dazu eine männliche Begleitung, leicht gebräunt, mit lässigem Kaschmirpullover über den Schultern. So lehnt man sich dann elegant neben Kilian an die Brückenmauer und begutachtet die – im Rausche des Weines – mediterran anmutende Landschaft. Und ihre Bewohner. Halbwegs unauffällig. Ganz und gar nicht unauffällig läuft das Prozedere dagegen beim Sonntagstreff ab. Location: MS Zufriedenheit beim Kulturspeicher. Niveau: für Würzburger, die schon ein paar Leute kennen. Denn hier guckt man sich unverblümt hinterher und grüßt dabei lässig nach links und rechts. Je häufiger, desto besser. Kommt man …

Das Dalle – Mehr als sehen und gesehen werden

Das Schwimmbad: heiß, nass, viel nackte Haut und hemmungsloses Beglotzen. Nicht umsonst sagt man vom Dalle, wie es von den Würzburgern liebevoll genannt wird, dass es dort nur um Sehen und Gesehen werden geht. Jeder präsentiert seinen Körper, alle glotzen – und das flirten kommt auch nicht zu kurz. Aber ist es denn wirklich so? Und war das schon immer so?  Um das herauszufinden, ist eine genaue Analyse der verschiedenen Badegäste unverzichtbar. Denn wer glaubt, alle Badegäste liegen quer im Dalle verteilt ohne jedes System, der hat sich getäuscht. Nahezu jeder Gast ist Mitglied einer festen Gruppe. Wer nicht drin ist, gehört auch nicht dazu. DER TURMFALKE Fast schon als Rudel kann man da beispielsweise die Turmspringer sehen. Junge, trainierte Kerle, die lebensmüde genug sind, vom berüchtigten 10-Meter-Brett zu springen. Und das auch nicht irgendwie, sondern in akrobatischen Figuren. Sie sind die Könige des Dalle. Jeder sieht sie, jeder kennt sie und keiner traut sich näher an sie ran. Sie sind immer unter sich – und wenn der Turm gerade mal nicht offen ist, tummeln …

Meer davon

Job gekündigt und Rucksack gepackt: Mein Abenteuer in Galizien.Manchmal muss man im Leben einfach unvernünftig sein. Einfach mal machen, was das Herz sagt: Den Job kündigen, das WG-Zimmer zwischenvermieten, den Rucksack packen, ein Flugticket buchen und los, ab ins Ungewisse!  Genau das habe ich im vergangenen Jahr getan. Ich wollte eine Auszeit vom 9-to-5-Joballtag, am Meer leben, das Leben mehr genießen und meiner Vernunft mal ein Time-Out verpassen. Denn mal ehrlich: Schließlich ist es doch das Vernünftigste, auf das eigene Gefühl zu hören und das zu tun, was sich gerade gut anfühlt. Klar, das ist oft gar nicht so einfach. Schließlich schwirren in unserem Hirn gerne einmal Worte wie Absicherung, Geld, Existenz oder gar Rente herum – aber hey, manchmal muss man sein hübsches Köpfchen auch mal aus- und das Herz anschalten. Ab und weg: Auf nach Galicia! Und während andere in meinem Freundeskreis Kinder kriegen oder Häuschen bauen, lasse ich einfach alles hinter mir. Ich kannte da jemanden, der jemanden kennt und fand mich schneller als gedacht in Spanien wieder. Genauer gesagt in einem …

Musik trifft auf Glaube

1.000 Chorproben, 160 Gottesdienste, 40 Konzerte „Wir machen Musik bis jeder beschwingt singt“, ertönt es aus dem Probenraum. Die Mädchen des Vorchors singen ein neues Begrüßungslied. Die jungen Stimmen klingen noch ein wenig wirr, ab und zu wird das ein oder andere Wort vergessen, genuschelt, ausgelassen. Aber das macht nichts, denn genau deswegen üben die Kleinen fleißig zusammen mit der Chorleiterin Frau Horn. Schließlich wollen sie professionelle Sängerinnen werden. Dass das jede Menge Übung, die richtige Körperhaltung und einen entspannten Kiefer erfordert, lernen sie bereits im Grundschulalter auf spielerische Art und Weise. Der Vorchor der Mädchen und Jungs ist die Grundlage für die Mädchenkantorei und die Domsingknaben. Die Kinder bilden die Basis, sie sind die Zukunft der Dommusik. Weniger verspielt, dafür ein ganzes Stück konzentrierter geht es in der Probe des Konzertchors zu. Hier probt Domkapellmeister Christian Schmid zusammen mit den Domsingknaben für bevorstehende Konzerte und Auslandsreisen. Noten und Liedtexte lesen die Chorsänger aus ihren Musikmappen. Beim Singen müssen sie auf sprachliche und individuelle Aspekte sowie auf die Artikulation achten. Die Stimmen klingen stark, laut und …

5 Fragen an UNVERPACKT

Fast vier Monate lang gibt es ihn nun schon: Würzburgs ersten verpackungsfreien Supermarkt in der Sanderstraße. Wir haben Inhaberin Susanne Waldmann und ihr Team getroffen und wollten wissen, wie es zur Ladengründung kam und welche Philosophie dahintersteckt.  Sind die Produkte bei Euch im Schnitt teurer oder günstiger als im Supermarkt? Weder noch. Die Produkte kosten etwa genauso viel wie im Biomarkt. Natürlich gibt es Produkte, die teurer sind, aber auch genügend, die unter den durchschnittlichen Bio-Preisen liegen. Das liegt zum einen daran, dass der Verpackungspreis wegfällt – und zum anderen, dass wir unsere Produkte auf kürzestem Wege vom Produzenten beziehen. So wird Getreide beispielsweise günstiger, weil wir das ohne Zwischenhändler vom Landwirt beziehen. Mir ist im Großen und Ganzen wichtig, dass unser Angebot aus der Nähe kommt! Und natürlich sind wir auch Bio-zertifiziert: Bei uns ist also bio drin, wo bio draufsteht. Regionale Zulieferer, kurze Wege Und woher kommen die Produkte genau? Wir arbeiten mit vielen Landwirten und Produzenten aus nächster Nähe zusammen. Unser Gemüse kommt beispielsweise vom Bioland-Hof Kraus-Egbers in Oberaltertheim – und das …

Klingelstreich

UND WAS TREIBST DU SO? Ein junger Mann öffnet die Tür. Mit Löckchen und einem verschmitzten Grinsen. Er erinnert ein bisschen an Tim Bendzko oder einen sehr gut aussenden Thomas Müller. Wie ich erfahre, hört er das sehr oft – hält von dem Vergleich aber nicht viel. Um den Hals hat er ein Maßband hängen und man sieht, dass er mit dem Thema Mode vertraut ist: Bei seinem Outfit passt jedes Detail. Trotzdem sieht es extrem lässig aus. Es ist früher Abend, als ich mir die Dreistigkeit herausnehme, an wildfremden Türen zu klingeln. Dominik Joachim heißt der Blondschopf, der seine Haustür öffnet. Er ist 21 Jahre alt und wohnt mit seinem Kumpel in einer WG in Grombühl. Wenn er sich nicht gerade Gedanken über Klamotten für sein Label  macht, verkauft er welche. Man merkt, dass er öfter mal spontan ausgefragt wird. Sonderlich unwohl scheint er sich nicht zu fühlen:  Auf doofe Fragen bekommt man meistens eben auch doofe Antworten: Warum hat es so lange gedauert, bis Du die Tür geöffnet hast? Unser Türöffner, oder wie …