Alle Artikel in: STADTBILD

Mobil in Wü

Neu hier? Dann nichts wie ab ins Getümmel. Am besten natürlich mit Bus oder Straba. Wer sich in unserer schönen Stadt dennoch todesmutig per Auto oder Fahrrad von A nach B bewegen will, dem sei Folgendes mit auf den Weg (haha) gegeben. Berliner Ring Ja, der Berliner Ring, der Kreisverkehr der Kreisverkehre der Kreisverkehre. Als Auto- oder Fahrradfahrer kommt man in Würzburg um dieses Rondell des Grauens einfach nicht herum. Oder besser gesagt: hindurch. Der Berliner Ring verfügt eigentlich über drei Spuren. Dennoch gilt: Die innere Spur ist grundsätzlich tabu. Der Legende zufolge existiert hierzu auch ein Stadtratsbeschluss aus dem dritten vorchristlichen Jahrhundert, welcher der Redaktion aber leider nicht vorliegt. Warum sich an diesem Verkehrsknotenpunkt gefühlt mehr Staus und Unfälle ereignen als auf der A1 zwischen Köln-Niehl und Kreuz Köln Nord ist vor allem der geografischen Lage des Berliner Rings geschuldet: Er befindet sich nämlich in Deutschland – und der durchschnittliche deutsche Autofahrer ist in Sachen Flexibilität, Improvisation und Kommunikation bekanntlich ja eher so semibegabt. Sprich: Er fährt grundsätzlich hochaggressiv in den Kreisverkehr ein, um …

Das Streben nach Kunst

Als Simon in der 7. Klasse im Kunstunterricht zum ersten mal ein Porträt zeichnete, hatte er keine Ahnung, wie wichtig Kunst für ihn werden würde. Nur vier Jahre später ist eine erste Ausstellung seiner Werke im Kirchner-Haus in Aschaffenburg im Gespräch. Für Liebe Nachbarn hat der 16-jährige einige seiner Werke Ausgepackt. Simon Hajer ist 16 Jahre alt, wurde in Würzburg geboren und ist ein echtes Naturtalent: In seinen jungen Jahren hat er bereits 700 Zeichnungen zu Papier gebracht. Den Grundstein für sein fotorealistisches Zeichnen legte er im Alter von 12 Jahren – mit dem Porträt einer fiktiven Person. Von da an ging es immer weiter: Zunächst zeichnete der junge Künstler Fotos ab, wie ein Porträt von Hedy Lamarr oder eine Kugelschreiberzeichnung von Sylvester Stallone. Mit der Zeit wurden Simons Werke freier und kreativer – so auch seine Version der Mona Lisa, für die eine Bluse seiner Mutter dran glauben musste. Das Kunstprojekt in der 9. Klasse stand schließlich unter dem Motto „Recycling“. Heute fertigt der junge Künstler abstrakte Bilder und Ölbilder genauso an wie Zeichnungen …

140 Jahre XXXL Neubert – ein großes Fest als dickes Dankeschön

Wenn das traditionsreiche Würzburger Möbelhaus XXXL Neubert im Oktober und Novemberseinen 140. Geburtstag mit zahlreichen Aktionen und sensationellen Rabatten feiert, ist dies auch ein dickes Dankeschön an die vielen treuen Kunden: Das Einrichtungshaus in der Mergentheimer StraSSe hat in all den Jahren fortwährend MaSSstäbe in der Branche gesetzt und ist das Drehkreuz der mittlerweile 38 XXXL Möbelhäuser in ganz Deutschland. 140 Jahre im Zeichen zufriedener Kunden: Wenn das kein Grund zum Feiern ist! XXXL Neubert war schon immer Vorreiter in Sachen Einrichtung. Was 1876 in einer kleinen Möbelschreinerei seinen Ursprung fand, entwickelte sich stets weiter, war seiner Zeit immer voraus und hat seither den Markt geprägt. Von Beginn an hatten die Gründer nur ein Ziel: zufriedene Kunden. Das ist bis heute geblieben und noch immer oberste Prämisse! „Denn nur wenn unsere Kunden zufrieden sind, können wir erfolgreich sein“, sagt Helmuth Götz, Mitglied der Geschäftsführung bei XXXL Neubert: „Und wir sind bis heute überaus erfolgreich!“ Mantelsonntag am 30. Oktober Der Erfolg wird nun groß gefeiert – gemeinsam mit den Kunden steigt die große Geburtstagsparty Ende Oktober/Anfang …

DA BRAUT SICH WAS ZUSAMMEN

Früher Bier für alle – heute Treffpunkt für alle: Seit 2013 laufen die Umbauarbeiten auf dem Bürgerbräu-Gelände in der Zellerau. Mittlerweile haben sich dort Läden, Cafés und Galerien angesiedelt, noch in diesem Jahr steht auch der Umzug des Central-Programmkinos auf dem Plan. Eine kleine Zeitreise in die bewegte Geschichte des Areals. Die Anfänge des Bürgerbräus gehen auf das Jahr 1815 zurück, als der Weinhändler und Zeller Schultheiß Kilian Lauck in Zell die Sudstätte „Brauhaus Zell am Main“ gründet. 1829 gibt es bereits acht Brauereien in Würzburg, die zusammen 6.000 Fuder, also 6.000.000 Liter Bier erzeugen. Später wird die Brauerei verkauft und der Bau eines Bierkellers leitet den Umzug in die Frankfurter Straße ein. 1834 gibt es inzwischen mehr öffentliche Bierkneipen als Weinschenken; eine Entwicklung, von der im 13. Jahrhundert wohl niemand zu träumen gewagt hätte, als das Biertrinken in Würzburg verpönt und der Verkauf des Gerstensafts streng verboten war. Nach Abschluss des Umzugs in die Frankfurter Straße wird die Brauerei in eine GmbH umgewandelt und trägt ab sofort den klangvollen Namen „Kinzinger & d’Hengelière Bürgerliches …

MIT ZWEI WOLLDECKEN IM KELLER

IN DIE KURZZEITÜBERNACHTUNG KOMMEN AUCH MÄNNER NACH AKUTEM WOHNUNGSVERLUST. Erwin Dietrich kann heute Abend endlich wieder in einem
 Bett schlafen. In einem richtigen Bett. Mit Matratze. Bettdecke. Kopfkissen. In den vergangenen Nächten hatte er mit zwei Wolldecken vorlieb nehmen müssen. „Ich schlief in einem Keller“, sagt der 67-Jährige, der völlig mitgenommen aussieht. Seine Wangen sind eingefallen. Die Haut ist aschfahl. Er ist klapperdürr. Hat lange nichts Warmes mehr gegessen. Die Polizei hatte ihn in dem Keller aufgestöbert. Und zur Christophorus-Gesellschaft gebracht. Mit Geduld lässt Erwin Dietrich in der Kurzzeitübernachtung (KZÜ) alles über sich ergehen. Er beantwortet Fragen. Lässt sich einweisen. Man zeigt ihm sein Bett. Er erhält ein Handtuch. Darf sich duschen. In ihm selbst ist noch ein großes Durcheinander. Alles kommt ihm noch immer wie ein Albtraum vor. Die vielen Nächte im kalten Keller. Mit nur ganz wenig Nahrung. Nie war Erwin Dietrich vorher mit wohnungslosen Menschen in Kontakt gekommen. Den Namen „Christophorus-Gesellschaft“ hatte er zwar irgendwann schon mal gelesen. Aber nicht abgespeichert. Bisher war sein Dasein halbwegs in Ordnung gewesen. Er lebte vier …

SMAUL LARRSON – VERBLENDUNG

1967 wurde am Würzburger Dallenberg im Stadtteil 
 Heidingsfeld das Stadion der Würzburger Kickers eröffnet. Bereits 2014, also 47 Jahre später, regt sich unter den lieben Nachbarn dort erbitterter Widerstand. Ein greller Rückblick auf Flutlicht-Inferno, unglaubliche Machenschaften, Horden einfallender Wildpinkler und auf ein halbes Jahrhundert Würzburger Fußballgeschichte. 1967 BIS 2012 – HIMMLISCHE RUHE FÜR DIE HIGH SOCIETY Die Kickers. So viele Jahrzehnte nach ihrem Kurzauftritt in der zweiten Fußball-Bundesliga während der Saison 1977/ 78 blieb es ruhig im und ums Stadion. Vereinzelte verbissene Anhänger der Rothosen verloren sich im weiten Rund des Stadions, das ursprünglich mal für 14.500 Zuschauer konzipiert worden war. Sie sahen, wie der Rasen verdorrte, der blaue Lokalrivale Würzburger FV meist eine Liga höher spielte und wie sich ihr Verein Anfang der 2000er-Jahre – fast insolvent – auflöste. Jeder Zuschauer hatte so viel Platz, dass er beispielsweise als 1,5 Quadratmeter große, platte weiße Rautenfläche auf den weiten Rängen hätte sitzen können. Den größten Lärm verursachten in diesen Jahren sicher nicht die Fußballfans. Es gab höchstens mal Lärm, wenn die stinkreichen Dallenberger mit Jagdgewehren …

BRETTER, DIE DIE WELT BEDEUTEN

„Die ganze Welt IST Bühne. Und alle Fraun und Männer bloße Spieler“, schrieb Shakespeare einst in einer seiner bekanntesten Komödien „Wie es euch gefällt“. Für Euch blicken wir auf die bewegte Geschichte des Würzburger Theaters. Die Anfänge der Würzburger Theater-Tradition gehen auf die Jesuiten zurück. Einige Fürstbischöfe richteten damals selbst Bühnen ein, unterhielten Orchester und Sänger. Auch fremde Komödianten gastierten in der Stadt, sofern sie die Erlaubnis dazu erhielten. Eine große Rolle in der Geschichte des Würzburger Theaters spielte das Stift St. Anna. Zwischen 1683 und 1690 hatte die Gräfin Maria von Dernbach in Würzburg für das sittsame Zusammenleben adliger Damen das Damenstift zur Hl. Anna errichtet, welches zunächst in der Domerpfarrgasse 12 im Haus „zur goldenen Pforte“ (mit Kapelle) untergebracht war. Dort verbrachten ältere und jüngere Fräulein von Adel ein Dasein in stiller Beschaulichkeit. Schließlich wurde Balthasar Neumann 1749 beauftragt, für die Damen des Stifts ein neues Heim zu errichten und baute für sie das adlige Damenstift St. Anna, das sich in einem schönen Barockbau „Auf dem Graben“, der jetzigen Theaterstraße, befand. Äbtissin war …