Alle Artikel mit dem Schlagwort: Asyl

Hilfe ist die halbe Miete

Unterkunft gegen Unterstützung: So lautet das Prinzip von „Wohnen für Hilfe“. Das Projekt vermittelt Wohnpartnerschaften – Studierende bekommen ein günstiges Zimmer, Senioren, Alleinerziehende oder behinderte Menschen Hilfe im Alltag. LIEBE NACHBARN war zu Besuch bei einer Würzburger Wohnpartnerschaft. Amy ist 29 Jahre alt, alleinerziehende Mutter und berufstätig. Ihr sieben Jahre alter Sohn Emil geht in die zweite Klasse – natürlich kollidieren die Arbeits- bzw. Schulzeiten der beiden miteinander. „Ich habe keine Familie in der Nähe. Das stellt einen natürlich immer wieder vor neue Herausforderungen“, sagt Amy. Auf der Suche nach Unterstützung stolperte sie im Internet dann über das Projekt Wohnen für Hilfe. „Ich habe einfach dort angerufen und nachgefragt, ob man auch mich als Alleinerziehende in das Programm mitaufnehmen würde. Schließlich bin auch ich auf Hilfe angewiesen. Ja, und schon wenige Wochen später wohnte Lena bei Emil und mir …“ Tausche Zimmer gegen Unterstützung Das Projekt Wohnen für Hilfe ist mittlerweile in rund 30 deutschen Universitätsstädten für Studenten zu einer echten Alternative bei der Wohnungssuche geworden – das Prinzip dahinter: Ältere Menschen, Familien, Alleinerziehende und …

Wenn die Flucht in Würzburg endet

ES GIBT MOMENTE IM LEBEN, DIE RÜCKEN ALLES WIEDER IN DIE RICHTIGE PERSPEKTIVE. DANN IST ES PLÖTZLICH EGAL, WELCHES AUTO MAN FÄHRT ODER OB MAN STRESS AUF DER ARBEIT HAT. ALS WIR HESAM TREFFEN, IST DAS SO EIN MOMENT. HESAM IST MIT 16 JAHREN AUS DEM IRAN GEFLOHEN, UM EINE ZUKUNFT ZU HABEN. SEIN GRÖSSTER WUNSCH HEUTE: ARBEIT FINDEN. Hesam Jafari wohnt nicht mit Hunderten anderen Flüchtlingen in einer Kaserne am Stadtrand. Sein Zuhause ist ein schmuckes Wohnhaus mitten im Würzburger Stadtteil Heidingsfeld. Nichts unterscheidet es von den Nachbarhäusern. Fein säuberlich listet das Klingelschild seinen Namen und die der fünf Mitbewohner untereinander auf. Die Jungs sind zwischen 16 und 20 Jahre alt und haben eines gemeinsam: Sie alle kamen als unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nach Deutschland. Nun leben sie im Außenwohnhaus des Don Bosco Berufsbildungswerks. Hesam ist Afghane. Sein Heimatland bekam er allerdings nie zu Gesicht – seine Kindheit verbrachte er im Iran. Seit dreieinhalb Jahren ist er nun schon in Deutschland. Nachdem Hesam sechs Monate in einer großen Flüchtlingsunterkunft in München zugebracht hatte, führte ihn sein …