Alle Artikel mit dem Schlagwort: Musik

Berühmt & berüchtigt / Das Studio schreibt 15 Jahre Clubgeschichte

Ich weiß noch genau, wie es war – mein erstes Mal mit dem Studio. Ich war gerade 18 und wir schrieben das Jahr 2006. Schon damals schallte die Mundpropaganda über den Club lauter als die Musik auf der Tanzfläche: Man kam angeblich als Gentleman nur mit Anzughose rein und als Lady mit High Heels. Eigentlich gar nicht mein Ding, denn ich trug Turnschuhe mit Klettverschlüssen an den Füßen und wilde Locken auf dem Kopf. Und hatte Schiss, nicht schick genug zu sein. Trotzdem reizte mich irgendwas an dem Laden. Deshalb sagte ich zu, einen Artikel zu schreiben über einen Abend mit DJ Richard Dorfmeister. Außerdem liebte ich die Kruder & Dorfmeister Sessions. Vor der Tür gab es damals noch keine Schlange bis hinüber zur Kirche, in stilvollem Ambiente wurde geraucht und die Lounge war in schwarzes Leder getaucht. Trotz der vielen High Heels wurde mein erster Abend großartig. Aber nicht allein wegen der Musik. Es war eher ein Eintauchen in ein Gefühl, das man eine Nacht lang auskostet. Wie alles begann Vielleicht liegt dieses besondere Gefühl …

PLATTEN, DIE DIE WELT BRAUCHT

// Es ist schon bemerkenswert, wie es Hannes Wittmer alias Spaceman Spiff immer wieder gelingt, poetische Passagen in seine Songs zu packen, ohne dabei ins Kiesbett zu schlittern. Mit den üblichen Verdächtigen aus dem Rock-Zirkus hierzulande jedenfalls hat seine Musik nur wenig gemein. Am ehesten kann man da noch den Einfluss des Erstlings von Kettcar heraushören, weshalb es auch kein Wunder ist, dass er inzwischen beim Indie-Label „Grand Hotel van Cleef“ untergekommen ist. Im Grunde genommen kommt auf diese Weise endlich zusammen, was zusammen gehört. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, wann ich zum letzten Mal Musik mit einem Satz wie diesem gehört habe: „Du fliegst, bis du segelst – und du segelst, bis du fällst – und wenn ich jetzt die alten Steine werfe, treffen sie mich selbst“… „Endlich nichts“ malt Bilder im Kopf und manche Songs klingen tatsächlich so wahrhaftig, dass man Gänsehaut bekommt. Mit jedem weiteren Durchlauf, den man der Platte schenkt, wächst sie einem noch ein wenig weiter ans Herz. Und ja: Diese Rezension erscheint auch deshalb erst mit reichlich Verspätung, …