Alle Artikel mit dem Schlagwort: Würzburg

Berühmt & berüchtigt / Das Studio schreibt 15 Jahre Clubgeschichte

Ich weiß noch genau, wie es war – mein erstes Mal mit dem Studio. Ich war gerade 18 und wir schrieben das Jahr 2006. Schon damals schallte die Mundpropaganda über den Club lauter als die Musik auf der Tanzfläche: Man kam angeblich als Gentleman nur mit Anzughose rein und als Lady mit High Heels. Eigentlich gar nicht mein Ding, denn ich trug Turnschuhe mit Klettverschlüssen an den Füßen und wilde Locken auf dem Kopf. Und hatte Schiss, nicht schick genug zu sein. Trotzdem reizte mich irgendwas an dem Laden. Deshalb sagte ich zu, einen Artikel zu schreiben über einen Abend mit DJ Richard Dorfmeister. Außerdem liebte ich die Kruder & Dorfmeister Sessions. Vor der Tür gab es damals noch keine Schlange bis hinüber zur Kirche, in stilvollem Ambiente wurde geraucht und die Lounge war in schwarzes Leder getaucht. Trotz der vielen High Heels wurde mein erster Abend großartig. Aber nicht allein wegen der Musik. Es war eher ein Eintauchen in ein Gefühl, das man eine Nacht lang auskostet. Wie alles begann Vielleicht liegt dieses besondere Gefühl …

Faire & stilvolle Mode

Unter dem Motto „Kleines Glück mit großer Wirkung“ bietet liten lycka und JAC fairproduzierte Kleidung an. Dass dies nichts mit zeltförmigen, tristen Kleidern und Jutebeuteln zu tun hat, wird schnell klar. Der neu eröffnete Laden besteht aus zwei Bereichen, die von Jill Collins und Diana Moegen geführt werden. liten lycka steht  für das kleine Glück im Leben, welches sich durch gemütliche Wohn-accessoires ins Heim holen lässt. JAC bedeutet Just Act Collective: Gemeinsam etwas Gutes tun. Durch ihr eigenes Handeln möchte Jill auf globaler Ebene im Alltag ihrer Partner, Näherinnen und Kundinnen etwas Gutes tun. So handeln alle gemeinsam – und füreinander. Nachhaltige Unterstützung der Näherinnen Während ihres Studiums am Fashion Institute of Technology in New York hegte Jill den Traum von einem Laden, um kleine Labels zu unterstützen. Als sie nach Deutschland zog, wurde soziale Gerechtigkeit immer wichtiger für sie. Heute unterstützt Jill mit JAC aufstrebende Designer, kleine Labels – und deren Näherinnen. Am liebsten bietet Jill Kleidung von Labels wie Elegantees an, bei dem nepalesische Frauen arbeiten, die der Zwangsprostitution entkommen sind – und …

Stadtgeschichten

JUGEND VON HEUTE  AM SANDERRING Zwei coole Jungs, etwa zehn Jahre alt, spazieren abends mit Skateboards unterm Arm und Cappy auf dem Kopf am Sanderring um die Ecke und philosophieren: „Ey, überall diese Handys, die nerven total, die Jugend von heute weiß gar nicht mehr, wie das Leben ohne Handy funktioniert … ständig glotzen alle bescheuert auf den Bildschirm und sehen die Welt gar nicht mehr … mich nervt das total. Ich will auf keinen Fall eines haben!“     VORARBEITER EINER BAUFIR MA ERKLÄRT MIR SEINE MITTÄLGLICHE TEAMBUILDING-MASSNAHME: IM TREPPENHAUS „A guats Deam is sau wichtig: Wenn der Stefan (Mitarbeiter) zum Mittach halt e mal n Göger (Hähnchen) ess will, dann hol ich ihm ennen … weil der Stefan muss auch ordentlich abdrücken: drei Kinder von drei Frauen: Da wesst wos Geld hinleft!“     INNENSTADT IM HANDYLADEN Hallo , KANN ICH DAS BITTE WIEDER HABEN? Ich kaufe mit einer Freundin ein neues Telefon. Genauer gesagt ein Handy, welches gerade sehr begehrt, weil neu, ist. Sie bekommt es als gute Kundin als eine der …

WÜRZBURG. EINE LIEBESERKLÄRUNG.

Johanna ist gebürtige Würzburgerin und lebt seit 2008 in Berlin. Doch für diesen Sommer zog es sie zurück in ihre Heimatstadt. Warum – das schreibt sie hier. Jedes Mal, wenn ich im Zug sitze und die Ansage höre „In wenigen Minuten erreichen wir den Bahnhof Würzburg“, stehe ich ganz schnell auf. Dann klemme ich mir meinen total hippen Berliner Jutebeutel unter die Arme, den ich schon vor zig Jahren als neue Schultasche ins Grünewald-Gymnasium ausführte – sehr zum Leidwesen meiner Mutter. Damals stand noch HaWeGe drauf – nein, keine Hipster-Abkürzung, sondern der Name eines Supermarkts, heute besser bekannt als tegut. Dann hieve ich den schweren Koffer in den Flur. Da kann man nämlich besser aus dem Fenster schauen, während der Zug einfährt in die Stadt. Jedes Mal liebe ich das. Wenn die kleinen Häuser nach und nach auftauchen, wenn die Weinberge in der Abendsonne leuchten. Und jedes Mal kriege ich Gänsehaut. Auch noch nach sieben Jahren. Endlich steige ich aus dem Zug und laufe vorbei an den netten Beamten in grün durch diesen fürchterlichen, hässlichen …

CANNABISSLE SPASS VERTRAGEN?

DER SMAUL-RÜCKBLICK ERSTAUNLICHE POLITIKER-PROMO FÜR DIE CANNABIS-LEGALISIERUNG IN WÜRZBURG Wie, Ihr habt es nicht bemerkt? Überall diskutieren die Menschen in Deutschland über eine Legalisierung von Cannabis. Und Ihr wart zu fertig vom Lernen oder seid nach der Arbeit zu müde, um in Würzburg unterwegs zu sein? Politiker und andere seriöse Typen in unserem krachkonservativen Städtchen haben sich komischerweise in den letzten Monaten schier überschlagen vor Begeisterung. Die SMAUL fasst die Bewegung in Würzburg für Euch kurz zusammen, nachdem sich in der letzten Ausgabe von Liebe Nachbarn bereits der Würzburger Strafrechtsanwalt Peter Möckesch zum Thema geäußert hat. Nach Kreuzberg, Bremen, Düsseldorf und vielen anderen sind auch in Würzburg Würdenträger aller Art auf den Weed Train aufgesprungen. SMAUL ERMITTELTE: WÜRZBURG ERLEBEN IST SCHULD Das Online-Portal Würzburg erleben machte den Anfang. Die SMAUL setzte ihren investigativsten und bestaussehendsten Reporter, Jokel Weiszman, auf die lokale News-Redaktion an. Watt soll man sajen? Die weiblichen Praktikanten zwitscherten wie liebreizende Vögelchen. Die männlichen Mitarbeiter fielen wie die Steine beim Domino. Was war passiert? Die Chefs von Würzburg erleben, Dr. Leonard Landois und Christian …

BERLIN CALLING

Mein Name ist Andreas Piel. Ich bin gerade 30 geworden und vor einem halben Jahr nach Kreuzberg gezogen, nachdem ich die letzten vier Jahre den Prenzlauer Berg meine Heimat nannte. In den ersten Jahren als Wahl-Berliner habe ich zudem in Neukölln, Friedrichshain und auch für kurze Zeit in Charlottenburg gewohnt. Kurz gesagt: Ich bin in unserer Hauptstadt schon etwas herumgekommen. Derzeit arbeite ich als Alleinunterhalter in einem kleinen Café am Prenzlauer Berg. In Bayern habe ich damals eine Ausbildung zum Kinderpfleger absolviert, bin dann aber relativ schnell in die Gastronomie gewechselt. Vom Pizzabäcker über die Küchenhilfe und diverse Barjobs bis hin zum Eisverkäufer habe ich schon so ziemlich alles gemacht, was in dieser Branche eben so anfällt. WANN HAST DU DIE „NACHBARSCHAFT“ VERLASSEN UND WARUM? Nach Berlin zog ich im Frühjahr 2008, praktisch zeitgleich mit meinem damals engsten Freundeskreis. Zwei, drei Leute haben damals den Anfang gemacht. Bei ihnen war ich ein paar Mal zu Besuch und bin dann diesem ganz besonderen Berlin-Charme erlegen. Mein eigentliches Ziel war es, in der Hauptstadt mein Abitur auf …

AUS DEM BUCH HERAUS

Es ist eine Liebesgeschichte der etwas anderen Art: „ Man muss sich darauf einlassen, dass hier nicht einfach Mann auf Frau trifft, sondern die Begegnung erst einmal nur in Gedanken stattfindet.“ Mit diesen Worten beschreibt die junge Würzburger Autorin Julia Hanel ihren ersten Roman „Zwei fürs Leben“. Die Geschichte handelt von Anni und Ben, die nach einem Unfall im Krankenhaus liegen und plötzlich die Stimme des jeweils anderen im Kopf hören. Doch Nachwuchsautoren brauchen heutzutage allerdings mehr als eine gute Story. Sie müssen sich „vermarkten“ können – und das bedeutet manchmal auch, sich durchzubeißen. Autorin Julia erzählt von Herausforderungen, die Nachwuchsautoren heutzutage meistern müssen und wie sie mit dem nötigen Biss ihr Debüt-Werk erfolgreich veröffentlichen konnte. „Wer Lust hat, ein Buch zu schreiben, sollte es einfach tun. Ohne sich vorab unendlich viele Gedanken zu machen, was danach passiert. Das kann man ohnehin nicht planen“, rät Julia allen Nachwuchsschriftstellern. Ist der Anfang erst gemacht, geht es an die eigentliche Arbeit – denn nicht nur Kreativität ist gefragt, sondern auch Disziplin. „Ein Roman schreibt sich eben leider …

SHARET IN SCHAREN!

Bei der Sharing Community “Pumpipumpe” geht es darum, kleine Aufkleber am Briefkasten anzubringen und seinen Nachbarn auf diese Weise zu zeigen, welche Gegenstände man ihnen bei Bedarf ausleihen könnte. Bohrmaschine, Küchengeräte, Bügeleisen, sogar das WLAN kann so als “leihbar” gekennzeichnet werden. Fast 50 Gegenstände bietet “Pumpipumpe” als Briefkastensticker. GEGENSEITIG LEIHEN STATT KAUFEN Das neue Wandregal muss noch angebracht werden, aber keine Bohrmaschine da? Lust auf Kuchen, aber noch keine Backform besorgt? Zum Semesterbeginn wäre diese Sharing-Idee genau das Richtige für neu eingezogene Studenten, aber natürlich auch für jedermann, der nicht gerade einen ganzen Werkzeugkasten im Keller stehen hat, oder? Wäre doch super, könnte man eben mal am Briefkasten sehen, was die Nachbarn so zur Verfügung stellen. Viele Gegenstände benötigt man sowieso nur einmal und danach liegen sie nur zuhause herum. Lohnt sich also kaum, sie zu kaufen. Dieser Gedanke der Share-Economy unterstützt vor allem ein bewussteres Konsumverhalten. Gleichzeitig würde man sich beim nachbarschaftlichen Ausleihen auch untereinander näher kennenlernen. Potenzial in Würzburg Das gegenseitige Ausleihen erfordert lediglich LIEBE NACHBARN, die bereit sind, ihre Gegenstände auszuleihen und ebenso …

KEIN BOCK AUF BEEF?

VEGETARISCHER SCHNELLIMBISS VOM FEINSCHMECKER 2015 AUSGEZEICHNET: DIE VEGGIE BROS. EROBERN WÜRZBURG Seit letztem Herbst hat Würzburg einen vegetarischen Schnell-      imbiss. In ihrem Lokal in der Juliuspromenade 38 zaubern die Veggie Bros. Manu und Steffen tolle fleischlose Leckereien – zum Genießen vor Ort oder auch to go. Beide sind seit vielen Jahren eng befreundet und lieben gutes Essen. Während gemeinsamer Lern-Sessions an der Uni entstand schließlich die Idee zu den Veggie Bros. Das Liebe-Nachbarn-Team hat bei den Jungs zum Probeessen vorbeigeschaut. Wie wir’s fanden, fragt ihr euch? JEDES GERICHT EIN HIGHLIGHT Zugegeben: Ein oder zwei unserer redaktionsinternen Fleisch-Fans hatten zunächst Zweifel. Doch es dauerte nicht lange, da wurden sie auf außergewöhnlich leckere Weise vom Gegenteil überzeugt. In einem Wort: hammermäßig. Anders können wir die Speisen, die uns von Manu und Steffen aufgetischt wurden, nicht beschreiben. Falafelbällchen, Grillgemüse, verschiedene Saucen, selbstgemachtes Ketchup und handgeschnitzte Pommes, dazu frischer Blatt- und scharfer Karottensalat – vieles davon Marke Eigenbau, Herkunftsland: Balkonien. All die Frische und Natürlichkeit schmeckt man mit jedem Bissen. Auch auf die Gefahr hin, dass uns …