Monate: Dezember 2017

Thomas Brandt

Wenn Thomas Brandt ausnahmsweise mal nicht redet, schreibt er: Für LIEBE NACHBARN – und seinen Lebensunterhalt. Außerdem ist er Würzburger Rekordchampion im Poetry-Slammen auf Lebenszeit und muss dringend irgendwann nach Schottland auswandern. ALLE ARTIKEL VON THOMAS

Nico Manger

Nico Manger ist Kommunikations-Designer und hat sich LIEBE NACHBARN ausgedacht. Er gestaltet das Magazin, schreibt hier und da mal einen kleinen Text und macht hier und da mal eine Fotoserie. Im Sommer veranstaltet er diverse Flimmern-Openair-Kinos in der Stadt. ALLE ARTIKEL VON NICO MANGER

BETT & WIN

Er dümpelt bereits seit Jahren zwischen Glücksratgeber und „Die Milchmörderin aus Smörrebröd“ vor sich hin. Der „Schinken“. Hygienisch einwandfrei, weil nie benutzt. Zu schwer, zu sperrig, zu monumental, diese Goethes, Hebbels, Stifters und Co. Wirklich? Wir haben sie trotzdem aus dem Regal gezogen, fanden Bekanntes, Unbekanntes, Wahnsinniges – kurz: erstaunlich gute alte Seiten. Aber lest selbst: Iwan Gontscharow: Oblomow „Gooontscharow! Oblomow! Kenn’se nich? Na, dann könn’se ja gleich Design bei der Müllabfuhr studieren!“ Diese herzliche Leseempfehlung meines ehemaligen Literaturdozenten verfolgte mich irgendwie jahrelang. Ich trug sie vor mir her, schob, verdrängte, (er-)fand Ausflüchte … und „handelte“ dabei unwissentlich ganz im Sinne des Protagonisten. Denn so gut wie nichts anderes „tut“ auch der lethargische Adelsspross Ilja Iljitsch Oblomow über die gesamte Erzählung hinweg, die bei Literaturfans weltweit Kultstatuts genießt. Handlung – wozu? Ein Handlungsträger, der nicht handelt. Das muss man sich erstmal trauen. Zumal es wahrlich höchster Erzählkunst bedarf, den Plot eines über 700 Seiten dicken Romans hauptsächlich im und um das Bett der Hauptfigur anzusiedeln, ohne den Leser dabei selbst komplett zu „oblomowisieren“. An der …

MY BIG FAT ITALIAN WEDDING

Ein Leben ohne Pasta? Möglich, aber sinnlos. Dazu trinke ich am liebsten staubtrockenen italienischen Rotwein, mit dem man aufgrund seiner teerartigen Konsistenz auch so manche kampanische Schlaglochpiste flicken könnte, bestelle in der besten Caffè-Bar Würzburgs am Grafeneckart zwei CappucchinI – und amüsiere mich derweil über die zutiefst deutsche Anstehkultur der anderen Gäste, die sich brav in einer Reihe vor der Kasse platzieren, anstatt einfach lässig an der vollkommen leeren Bartheke links auf ihr Heißgetränk zu warten. Und – wer hat’s gemerkt? Natürlich schreibe ich „Caffè“, weil ich weiß, das man das in Italien nunmal so schreibt. Insofern: absolut schuldig im Sinne der Anklage – ja, ich bin italophil, vom Scheitel bis zur Stiefel-Sohle (mio!). Warum dieses faszinierende Fleckchen Erde seit Jahrhunderten eine derartige Anziehungskraft auf uns auch emotional gelegentlich so frostgebeutelte Nordmänner und -frauen ausübt – darüber haben sich klügere Menschen als ich bereits den Kopf zerbrochen.  Natürlich ohne eine veritable Antwort zu finden. Vermutlich macht genau das den ungeheuren Reiz Italiens aus. Es ist irgendwie … unfassbar. Unfassbar schön, unfassbar charmant, kurios, absurd, ja, …

Anna-Lucia Mensing

Anna-Lucia Mensing hat Italienisch, Spanisch und Kriminologie studiert, weshalb sie in Telenovelas auch locker die Ermittlerin geben könnte. Als freie Texterin geht sie aber ebenso gerne für LIEBE NACHBARN den Dingen auf den Grund. ALLE TEXT VON ANNA-LUCIA

Julia Rösch

Julia Rösch packt gerne ihren Backpack. Sie liebt es, unterwegs zu sein – egal, ob mit dem Bus, dem Zug, dem Flieger oder zu Fuß. Gut nur, dass sie ihren Job als freiberufliche Texterin so einfach mit dem Reisen verbinden kann. Nichtsdestotrotz freut sie sich immer wieder auf Würzburg. Home is where your heart is. Und so! ALLE ARTIKEL VON JULIA  

Christian Götz

Christian Götz ist Redakteur bei LIEBE NACHBARN und von Beruf – Überraschung: Redakteur! Der Exil-Niederbayer verreist ungern, liest komische alte Bücher, fährt große alte Autos – und grantelt immer so ein bisschen umeinander. Schön. ALLE ARTIKEL VON CHRISTIAN GÖTZ

Hallo Nachbarn…

Kennst Du eigentlich Deine Nachbarn? Wirklich? Gut? … oder hast Du nur eine Meinung über sie, die auf ihrer Kleidung, dem nicht korrekt befüllten Gelben Sack oder den üblichen Treppenhaus-Hallo-Oberflächlichkeiten beruht? Unsere beiden Models auf dem Titel sehen so aus, als seien sie dem Neuköllner-Hipster-Zoo entwischt und würden gerade im angesagtestem Start-up der Stadt ein ultra-fancy-mäßiges Praktikum anfangen … Nix da: Michel (der Jüngling im Foto links) macht gerade – very, very oldschool – eine Lehre als Holzbildhauer (Ja, auch die sind systemrelevant!) und Lilli ist vom hippen Berlin hier aufs Land gezogen und freut sich sehr über die Ruhe. Hättet Ihr nicht erraten, oder? Wir sind in dieser Ausgabe wieder raus in unsere Stadt gegangen und haben uns mit anderen Augen umgesehen: Haben Menschen getroffen, die Nachbarn bzw. Mitbewohner geworden sind und sich gegenseitig helfen … die Geschichten aus ihrem oft nicht leichtem Leben erzählen (living books) und neue Konzepte gesponnen: (Gewerbegebiet-Lust, whats that?) … sind in Kantinen für Euch essen gegangen (Ja, wir haben es überlebt und zwar gar nicht so schlecht!) … waren …

THE QUINTS HI, FIVE!

FÜNF WÜRZBURGER DOMSINGKNABEN MACHEN SICH SELBSTSTÄNDIG. WIR HABEN JAKOB, NOCH EINEN JAKOB, SIMON, PHILIPP UND MICHAEL GETROFFEN, UM  MIT IHNEN ÜBER IHRE MUSIK UND IHRE VISIONEN ZU REDEN Jung, wie habt ihr euch eigentlich kennengelernt? Man mag es kaum glauben, aber wir haben uns tatsächlich beim Singen kennengelernt. Wir haben alle als kleine Kinder bei den Würzburger Domsingknaben angefangen zu singen und hatten dadurch keine andere Wahl, als viel Zeit miteinander zu verbringen. Deswegen verstehen wir uns auch so gut, da ein so spezielles Hobby natürlich sehr verbindet. Studiert ihr oder arbeitet ihr schon? Teils teils, zwei arbeiten schon und drei studieren noch. Auf jeden Fall hat es bei jedem etwas mit Musik zu tun. Wie sind eure Rollen in der Band verteilt. Wer übernimmt was?  Die sind ganz klar verteilt: Schwemmi ist für die modische Ausstattung des Ensembles zuständig, da er immer perfekt passende Fliegen mitbringt, Simon organisiert uns Auftritte am Arsch der Welt, also seiner Heimat, Jakob und Jakob sind die Klassenclowns und für die schlechten Wortwitze während der Probe zuständig – und …